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Petersdom

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Petersdom Artikel

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Fassade des Petersdom

Der Petersdom (auch Peterskirche, Basilika St. Peter, Grabeskirche des Apostels Petrus, Vatikanische Basilika; italienisch: S. Pietro in Vaticano) ist die größte Kirche der Welt. Die, sich innerhalb der Vatikanstadt befindende, erste der vier Patriarchalbasiliken und der sieben römischen Pilgerkirchen ist zentrales Heiligtum und Pilgerstätte der römisch-katholischen Kirche. Der Petersdom ist die Palastkirche des Papstes, nicht aber seine Kathedralkirche, letztere ist die Lateranbasilika.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Das Weihnachtsmissale der Päpste. Feierlicher Mittelpunkt der Christnacht im Petersdom Um ausführliche Informationen zum Buch "Das Weihnachtsmissale der Päpste. Feierlicher Mittelpunkt der Christnacht in dem Petersdom" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Geschichte

Buch-Tipp: Die Peterskirche in Rom. Architektur und Baupropaganda Um ausführliche Informationen zum Buch "Die Peterskirche in Rom. Architektur und Baupropaganda" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Die vatikanische Nekropole

Wie auf fast allen Seiten war das antike Rom auch auf dem ager Vaticanus von Gräbern umgeben. Bei Ausgrabungen wurde Mitte des 20. Jahrhunderts eine ganze Gräberstraße unter dem Petersdom freigelegt, in deren Grabbauten z. T. bedeutende kaiserzeitliche Wandmalereien erhalten sind. Für die vatikanischen Archäologen stand freilich der 'archäologische Beweis' für die Petrus-Legende in dem Vordergrund. Ob sie wirklich das Petrus-Grab gefunden haben, mag umstritten sein. Immerhin dürfte aber das hohe Alter der Petrus-Verehrung an exakt der Stelle nachgewiesen sein, die auch später in dem konstantinischen wie in dem Renaissance-Petersdom als das Grab des Heiligen gilt und den Mittelpunkt bildet. Die Kernfrage dabei ist die Interpretation der Graffiti an der 1950 entdeckten sog. roten Mauer neben dem mutmaßlichen Apostelgrab.

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Basilika St. Peter

Kaiser Konstantin ließ um 320 auf dem Vatikanischen Hügel eine Basilika errichten. Man wählte diese Baustelle, da man hier die Grabstätte des Apostel Petrus, der in dem Herbst 64 n. Chr. in dem Circus des Nero mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde, vermutete. Die fünfschiffige Basilika mit einschiffigem Querhaus wurde 326 geweiht und 468 durch Papst Simplicius ausgebaut. Ihr Grundriss wurde zu dem Vorbild für den abendländlichen christlichen Kirchenbau. In den Resten dieses teils abgetragenen, überbauten Alten Petersdoms ist heute eine Papst-Grablege eingerichtet (Vatikanische Grotten).

Ab 1451 erfuhr die konstantinische Basilika unter den Päpsten Nikolaus V., Pius II. und Julius II. eine umfassende Renovierung.

Buch-Tipp: Göttliches Design oder Die Rivalen von Rom Ein Buch sowohl für Laien als auch für Kenner! Als absoluter Kunstgeschichte- und Architektur-Neuling habe ich dieses Buch entdeckt und bin prompt daran hängen geblieben. Verständlich und interessant geschrieben, mit einigen Abbildungen (meinetwegen hätten es auch mehr sein können) hat mich die Geschichte von Bernini und Borromini gefesselt!...

Der neue Dom

Papst Julius III. erkannte, dass das rund 1200 Jahre alte Gotteshaus, auf dem für seine Mückenplage bekannten Hügel, keinen angemessenen Platz für sein Grabmal bieten würde. Er gab darum eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Am 18.11 1506 wurde dann der Grundstein für den neuen Dom gelegt. Das kostenintensive Unternehmen wurde entscheidend durch den sog. Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen, in Deutschland durch den Dominikanermönch Johannes Tetzel, finanziert. Dies veranlasste Martin Luther zur Veröffentlichung seiner 95 Thesen.

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Innenraum des Petersdom

Der erste Entwurf des Domes stammt von Bramante, der zusammen mit Peruzzi auch bis 1514 Bauleiter des ehrgeizigen Projektes war. Von 1515 bis 1546 ging der Bau unter Leitung von Raffael, Da Sangallo und Peruzzi ca. schleppend voran. 1547 übernahm Michelangelo die Bauleitung und führte den Bau in seiner heutigen Form aus, er entwarf auch die Rippenkuppel. Während Bramante ca. gleichwertige Räume vorsah, ordnete Michelangelo die Nebenräume dem Hauptraum unter. Dadurch kam man von dem ursprünglich reinen Zentralbau in Form eines griechischen Kreuzes ab und der Dom entwickelte sich zu einem Kompromiss zwischen Zentral und Langbau in Form eines lateinischen Kreuzes. Nach Michelangelo übernahmen Vignola und Giacomo della Porta die Bauleitung. Von 1607-1614 wurden vom Baumeister Maderna das Langhaus mit Vorhalle, sowie die barocke Fassade gebaut. Um alle Blicke in Richtung Petrusgrab zu lenken errichtete Gian Lorenzo Bernini 1624 einen Bronzebaldachin mit aufgesetztem Kreuz auf vier 29 m hohen, gewundenen Säulen, direkt über dem Grab. 1623 konnte der neue Dom von Papst Urban VIII. geweiht werden.

Buch-Tipp: Pia im Vatikan. Entdeckungen rund um den Petersdom Eine Beschreibung zum Buch "Pia in dem Vatikan. Entdeckungen rund um den Petersdom" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Der Petersplatz

Der von Bernini geplante 240 m breite, elliptische Platz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über. Dies lässt die überbreite Fassade des Domes schmäler wirken und betont die Kuppel. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der aus der Arena stammen soll, in welcher Petrus hingerichtet wurde. In seinem Fuß soll sich Caesars Asche, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Jesus befinden. Der original ägyptische Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322 t und steht auf einem Fundament mit 4 Bronzelöwen. Seine Aufrichtung auf dem Petersplatz war eine technische Meisterleistung der Zeit. Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14 m hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Maderna, der linke 1677 von Fontana gestaltet.

Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17 m breit und absolut symmetrisch zu dem Mittelpunkt des Platzes. Zwischen den 284 in 71 Viererreien angeordneten Säulen verbergen sich 140 Heiligenstatuen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Klemens IX. gestaltet wurden.

siehe auch: Petersplatz

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Architektur

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Daten

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Papstaltar

Die Innenfläche des 211,5 m langen und 132,5 m hohen Baus beträgt rund 15.160 m² (1,5 ha) und bietet rund 60 Tausend Menschen Platz, somit hat der Petersdom auch den größten Innenraum der Welt. Das Langhaus hat eine Länge von 187 m und eine Breite von 27,50 m, das Querschiff ist 138 m breit. Die Bauzeit betrug rund 120 Jahre.

Im Inneren des Domes, der neben einer Hauptkuppel auch 8 kleinere Nebenkuppeln besitzt, befinden sich ungefähr 800 Säulen und 390 Riesenstatuen aus Travertin, Marmor, Stuck und Bronze, sowie 45 Altäre.

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Der Innenraum

Von der Vorhalle gelangt man durch die Bronzetür des Filarete ins Innere der Basilika, daneben befindet sich die Porta Santa , die ca. während eines Heiligen Jahres geöffnet wird. Direkt am Anfang des Mittelschiffs ist eine Porphyrscheibe in den Boden eingelassen, welche sich vor dem Hochaltar der konstantinischen Vorgängerbasilika befand und auf der Karl der Große in dem Jahre 800 von Papst Leo III. zu dem Kaiser gekrönt wurde.

Direkt unterhalb der Kuppel befindet sich der Papstaltar mit Berninis Bronze-Baldachin. Darunter befindet sich die Confessio , überlieferungsgemäß das Grab des Heiligen Petrus, mit einer Figur von Papst Pius VI..

Buch-Tipp: Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Bau und Abbau von Bramante bis Bernini Die Beschreibung für das Buch "Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Bau und Abbau von Bramante bis Bernini" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster....

Das Mittelstück

Das Mittelstück, in welchem sich der Papstaltar befindet, wird von vier gewaltigen Säulen getragen. Diese sollen das Zentrum des Christentums symbolisieren und in denen die 4 Hauptreliquien des Christentums befinden.

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Die Kuppel

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Blick von der Kuppel auf den Petersplatz

Die Kuppel des Petersdoms ist das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt. Sie ist über 537 Stufen oder einen Lift zu erreichen und bietet einen hervorragenden Panoramablick auf den Vatikanischen Komplex und das umgebende Rom. Sie hat einen Durchmesser von 42,34 m (86 cm weniger als das Pantheon, aber 43,20 m höher). In dem inneren Kuppelfries steht in dem 2 m hohen Buchstaben das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: „Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum" („Du bist Petrus (griechisch: Fels), und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir gebe ich die Schlüssel zu dem Himmelreich.").

Buch-Tipp: Thomas Mann, Grosse Kommentierte Frankfurter Ausgabe: Briefe und Tagebücher, 18 Bde., Tl.1, Briefe 1889-1913 Ein großes Lesevergnügen In dem ersten abgedruckten Brief genannt sich der 14jährige Thomas Mann in der Unterschriftszeile als "lyrisch-dramatischer Dichter". Weit gefehlt: Weder als Lyriker noch als Dramatiker brachte er jemals viel zu Wege; er wurde ein Meister der Novellen und Romane sowie der "kleinen Formen" -- der Tagebücher und Briefe. ...

Die Vatikanischen Grotten

Die Vatikanischen Grotten bilden sich aus den Überresten von Alt-St. Peter und befinden sich oberhalb der Nekropole. Hier befinden sich 23 der insgesamt 164 Papstgräber des Petersdoms, in möglichster räumlicher Nähe zu dem Apostelgrab, dem Grab des 'ersten Papstes'. Um das Petrusgrab herum, das auch hier die räumliche wie geistige Mitte bildet, sind 5 Nationalkapellen angeordnet.

Kunstwerke und Reliquien

Bronzestatue des hl. Petrus

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Petrusstatue

Die berühmte Petrusstatue befindet sich in dem Hauptschiff. Ihr rechter Fuß ist bereits stark abgeflacht durch die zahlreichen Berührungen durch Pilger.

Michelangelos Pietà

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
Pietà von Michelangelo
Michelangelos Pietà befindet sich in der ersten Seitenkapelle des rechten Seitenschiffs (in der nähe der Heiligen Pforte). Sie ist 1,75 cm hoch und ruht auf einer 1,68 cm breiten Standplatte. Der Aufrag wurde von Kardinal Jean de Villiers de la Grolaye erteilt. Michelangelo vollendete dieses Werk in dem Jahr 1500 als er 25 Jahre alt war. Auf dem Brustband Marias lässt sich folgende Signatur erkennen: MICHAEL ANGELUS BONAROTUS FLORENTINUS FACIEBAT. Nachdem die Pietà 1972 durch einen Verrückten namens Lazlo Toth mit einem Hammer schwer beschädigt wurde, kann sie ca. noch hinter Panzerglas betrachtet werden. Da Michelangelo die Skulptur auf Nahbetrachtung hin ausgerichtet hat, geht ein großer Teil ihrer Wirkung verloren.

Berninis Cathedra Petri

Die 1666 von Bernini geschaffene Cathedra Petri befindet sich in der Apsis. Es handelt sich dabei um einen Bronzemantel für einen darin befindlichen Holzstuhl. Es soll sich dabei um den Lehrstuhl von Simon Petrus handeln, wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um den zu seiner Krönung gefertigten Stuhl Karls des Kahlen handelt. Dieser wurde dann nach der Krönungsfeier dem Papst oder der Peterskirche geschenkt.

Berninis Denkmal für Alexander VII.

Berninis Denkmal für Papst Alexander VII. befindet sich ebenfalls in St. Peter.

Berninis Ziborium

Petersdom Beschreibung
Petersdom Beschreibung
eines der Papstgräber

Das Ziborium von Bernini befindet sich in der Sakramentskapelle.

Taufbrunnen

Der Taufbrunnen von St. Peter ist ein Porphyrdeckel von einem Sarkophag aus dem Mausoleum Hadrians (Engelsburg, Castel S. Angelo), in welchem Kaiser Otto II. bestattet wurde. Dieser wurde 1600 in einen einfachen Steinsarg umgebettet und in die Vatikanischen Grotten verlegt, als man das Atrium in dem Zuge der Bauarbeiten für den Dom abbrechen musste.

Nachwirkung

Die Vorbildwirkung, die der Kuppelbau des Petersdoms auf den Kirchenbau der folgenden Jahrhunderte, insbesondere die unzähligen Kuppelkirchen der Barockzeit, ausübte, kann kaum überschätzt werden. Auch das Formschema der Kombination aus Kuppel-Zentralbau und basilikaler Längsorientierung war für die Architekten und kirchliche Bauherren der Folgezeit ein stets wieder abgewandeltes Thema.

Die Kasaner Kathedrale in Sankt Petersburg sollte in dem 19. Jahrhundert ein Nachbau des Petersdoms werden, wurde vom ausfuhrenden Baumeister erheblich umgestaltet. Ein noch merkwürdigerer Fall ist die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Côte d'Ivoire, deren Grundsteinlegung Papst Johannes Paul II. 1980 vornahm. Diese Kathedrale stellt einen Nachbau des Petersdoms dar und ist im Entwicklungsland, wo der Katholizismus eine Minderheitsreligion ist, bestenfalls eine 250 Millionen Dollar teure, überdimensionierte Kuriosität.

Siehe auch: Portal und Themenliste Rom


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